
Heute Vormittag erschütterte mich im wahrsten Sinne des Wortes innerlich der Anblick eines vor kurzen mit viel Pomp eröffneten Brunnens Namens "WirWasser" im 10 Wiener Gemeindebezirk, an welchem ich vorbeikam. Ich traf sogar ein Ehepaar, dass eigens aus Bregenz angereist war - sie führen dort eine kleine Galerie - um sich dieses grauenvolle Kunstwerk, wie sie es nannten, persönlich zu "erleben". Als Galeristen beobachten sie schon seit einigen Jahren einen Abfall der Qualität der "Kunstwerke" und sie selber müssten mittlerweile schon "grauenvolle Kunst" ausstellen, damit sie überhaupt noch überleben können. Unfassbar....
Anwesend bei der Eröffnung waren neben Bürgermeister Michael Ludwig auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Das von Künstlern des Kollektivs Gelatin entworfene Werk soll ein Symbol für "Gemeinschaft" und "Miteinander" sein. Van der Bellen betonte die historische Bedeutung der Hochquellwasserleitung und ihre Rolle bei der Verbesserung der Lebensqualität in Wien, indem sie zur Reduzierung von Krankheiten wie Cholera beigetragen hat. Wie bedrückend, wie abstoßend dieser Brunnen wirkt, ist den Herrschaften offensichtlich gar nicht aufgefallen. Ich frage mich noch immer: wie soll dieser für mich persönlich wirklich "ekelerregende" Brunnen das "Gemeinsame" und das "Miteinander" fördern bzw. verbessern helfen, geschweige denn sich positiv auf die Gesundheit der Bevölkerung im 10 Bezirk auswirken, vor allem, wenn dafür ganz offensichtlich eine "Ästhetik des Ekels und des Grauens" verwendet wird? Einige der abgebildeten Figuren sehen im Grunde wie, ja, man muss es so sagen, "Kackfiguren" aus, figürliche Darstellungen von quasi kranken, schwachen, entwürdigten, erniedrigten Menschen, die sich hier im 10 Bezirk zusammenkauern... und die Umgebung verschönern... oder zum entspannen einladen, ja, wirklich, tut dieser Brunnen das? Warum macht man so was überhaupt?

Für mich persönlich ist dieses "Bauwerk" wirklich eine Schande und eine absolute Verschwendung unseres hart verdienten Stuergeldes! Das was hier als "Kunst" im öffentlichen Raum der Allgemeinheit zugemutet wird, ist im wahrsten Sinne des Wortes "Scheißdreck" und nicht "Kunst"... und wenn man schon so eine "Kunst" ausstellen möchte, dann bitte in dafür vorgesehenen Einrichtungen, Kunsthallen etc., wo sich Kunstgenießer nach entrichtetem Eintritt einfinden dürfen und gemeinsam diesen "Kunstdreck" sich ausgiebig reinziehen können! So unfassbar bedrückend und unwohl fühlte ich mich das letzte Mal im Caritas Alten- und Pflegeheim St. Hemma Haus in Friesach, wo ich damals meine noch lebende Mama besucht hatte und all die Menschen sah. Die abgebildete Gemeinschaft beim Brunnen erinnert mich an dieses elendige Szenario im Caritas Heim! Scheinbar ist das eine künstlerische Abbildung, wie einfache Bürger von einigen der abgehobenen Politiker und herrschenden "Kaste" wahrgenommen werden und wie sie sich uns gerne vorstellen: erniedrigt, entwürdigt, physisch und psychisch schwach und am Boden zusammengekauert, unfähig sich zu organisieren... nur so kann man mit mit einer entwürdigten Bevölkerung scheinbar alles anstellen, was Herrschenden und von der Lebensrealität völlig ent-rückten eben so einfällt, oder?
